Hunde und ihr Markierungsverhalten: Ein Blick in die Natur
Die Beziehung zwischen Mensch und Hund reicht Tausende von Jahren zurück. In dieser langen Zeit haben wir viele Verhaltensweisen unserer pelzigen Begleiter kennengelernt und versucht, sie zu verstehen. Eine dieser Verhaltensweisen, die oft Anlass zur Verwunderung oder sogar zum Ärger gibt, ist das Markierungsverhalten. Während der Akt des Urinierens für Hunde ein natürliches Bedürfnis ist, dient er ebenso der Kommunikation und Territoriumsabgrenzung. Durch die Abgabe von kleinen Mengen Urin an verschiedenen Orten, signalisiert der Hund anderen Hunden, dass ein bestimmtes Gebiet bereits "beansprucht" ist. Diese Form der Kommunikation ist besonders bei Rüden zu beobachten, die intensiv ihre Umgebung markieren. Die Markierungen sind sozusagen Visitenkarten, die Informationen über Alter, Geschlecht und den hormonellen Status des markierenden Hundes enthalten können.
Innenraum-Markierungen: Ein sensibles Thema
Auch wenn das Markieren in der Natur des Hundes liegt, wird es in menschlichen Wohnräumen zu einem Problem. Wer hat nicht schon von Fällen gehört, in denen ein Hund beim Besuch eines Freundes oder während eines Urlaubs in einer neuen Unterkunft sein Revier markiert hat? Solche Vorfälle sind nicht nur peinlich, sondern können auch kostspielige Reinigungs- oder Reparaturarbeiten nach sich ziehen. Dabei sind es oft die kleineren Hunderassen, die unbemerkt und heimlich Markierungen hinterlassen. Der unangenehme, durch Ammoniak verursachte Geruch von Hundeurin kann erst Tage später auffallen, wenn er bereits tief in Teppiche oder Möbel eingedrungen ist.
Die Hintergründe des Markierens: Ein hormonelles Rätsel
Interessant ist, dass das Markierverhalten nicht allein ein Ausdruck des Territorialverhaltens ist, sondern auch hormonell gesteuert wird. Daher kann die Kastration eines Rüden dazu führen, dass er weniger markiert. Allerdings ist das nicht bei allen Hunden der Fall und kann auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Deshalb bevorzugen viele Hundehalter erzieherische Maßnahmen, um das Markieren zu kontrollieren.
Erziehung statt Operation: Kontrolle durch Konsequenz
Das Training beginnt idealerweise im Welpenalter, wenn Verhaltensweisen noch leicht formbar sind. Doch auch ältere Hunde können lernen, ihr Markierungsverhalten zu kontrollieren. Bei unerwünschtem Verhalten ist es wichtig, sofort zu reagieren. Ein entschiedenes "Nein" und ein sanfter, aber bestimmter Zug an der Leine können Wunder wirken. Wichtig ist auch, den Hund zu loben, wenn er an den gewünschten Stellen sein Geschäft verrichtet. Durch Konsequenz und Geduld lässt sich das Markierungsverhalten in den meisten Fällen in die gewünschten Bahnen lenken.
Schlussfolgerung zur Markierung von Hunden
Das Markieren ist ein tief verwurzeltes Verhalten bei Hunden und verlangt von uns Verständnis und Geduld. Mit dem richtigen Training und einem klaren Regelwerk kann jedoch sichergestellt werden, dass sowohl Mensch als auch Hund harmonisch zusammenleben können, ohne dass unerwünschte Markierungen den Alltag stören.